Mittwoch, 30. November 2011

Die Kosten der epischen Ebenenwaren

Mit Patch 1.6 hat der Händler für epische Ebenenwaren sein Inventar aufgerüstet und bietet neue Gegenstände an. Das Besondere an diesen Gegenständen ist, dass man hierfür beschriebene Quellsteine als Zahlungsmittel über die Theke schieben muss. Ich denke viele teilen den Eindruck, dass man beschriebene Quellsteine seit dem letzten Patch an jeder Ecke erhält und eigentlich im Überfluss verfügbar sein sollten. Doch ist das wirklich so? Dieser Frage möchte ich an dieser Stelle nachgehen.

Die neuen Teile funktionieren ähnlich wie die PvP Ranggegenstände und diejenigen, die man für die Marken aus Experteninstanzen kaufen kann. Das heisst, dass es eine (teilweise sogar zwei) schwächere und eine Endversion gibt. Für die jeweils nächste Version braucht es nicht nur beschriebene Quellsteine, sondern auch das jeweils vorhergehende Teil. Ein Spieler kann sich also nicht direkt die beste Version kaufen. Stattdessen muss er die schlechteren Teile kaufen, auch wenn diese allenfalls keine Verbesserung gegenüber dem entsprechenden, aktuell getragenen Gegenstand bedeuten.

Dafür sind die höchsten Varianten auf sehr hohem Niveau. Sie sind gegenüber Teilen aus den Schlachtzugsinstanzen Grünschuppes Pesthauch und Seelenfluss respektive Überflutete Hallen und Güldene Prophezeiung absolut konkurrenzfähig und ein guter Ersatz. Fehlen Marken für die Schlachtzugsteile oder fehlt das Würfel- und Dropglück, können die epischen Ebenenwaren durchaus eine gute Alternative sein ... sofern man genug Quellsteine hat. Auch darf man nicht vergessen, dass die Gegenstände für Zeichen der Auswahl über Set-Boni verfügen. Davon kann der Träger eines Gegenstand vom Ebenenwarenhändler nur träumen.

Es ist relativ klar, dass die Gegenstände, die man für beschriebene Quellsteine erhält, primär den Gelegenheitsspieler adressieren. Wie ich persönlich finde, eine sehr gute Massnahme seitens Trion, um die Gegenstandsschere zwischen Schlachtzugsspielern und Gelegenheitsspieler nicht zu gross werden zu lassen. Besser auf jeden Falls als die Schlachtzugsets des jeweils vorhergehenden Tiers hinterherzuschmeissen, wie es andere Spielehersteller praktizieren.

In den letzten Tagen war ich selber intensiv auf der Jagd nach beschriebenen Quellsteinen, da ich eines der Teile für meine Garderobe benutzen will. Dabei ist immer mehr der Eindruck entstanden, dass es ganz schön lange geht, bis sich die Quellsteine anhäufen. Aus diesem Grund habe ich mir mal ausgerechnet, wie schnell man zum Beispiel das Brusteil gegenüber der Brust aus dem Schlachtzugsset erhält.

Quellen für beschriebene Quellsteine (was ein Wortspiel) sind primär:
  • 15 Stk. für eine Invasion auf der Glutinsel (ca. 60 Minuten Aufwand)
  • 10 Stk. für eine grosse Invasion in der 'alten Welt' (30 - 60 Minuten Aufwand)
  • 5 Stk. für eine kleine Invasion in der 'alten Welt' (30 Minuten Aufwand)
  • 10 Stk. für die Wöchentliche Quest (nur Invasionen der alten Welt zählen)
  • 6 Stk. für die tägliche Schlachtzug- Riss Quest
  • Mit etwas Glück Steine bei Rissen oder Täglichen Quests auf der Glutinsel


Nehmen wir an unser Gelegenheitsspieler investiert pro Abend 1 Stunde in der Suche nach beschriebenen Quellsteinen. Hat er Glück und es läuft eine Invasion auf der Glutinsel kann er 15 Stück machen - dafür fällt die Wöchentliche Quests flach. Alternativ kann er den täglichen Schlachtzugsriss machen (wenn sich eine Gruppe findet) oder auf Invasionen in der alten Welt hoffen. Fällt das alles flach, dann hat er Pech und muss sich auf sein Glück verlassen.
  • Jeden Abend eine Glutinsel Invasion: 15 x 7 = 105 Quellsteine pro Woche
  • Jeden Abend eine grosse Invasion: 10 x 7 + 10 = 80 Quellsteine pro Woche
  • Jeden Abend eine kleine Invasion: 5 x 7 + 10 = 45 Quellsteine pro Woche
  • Jeden Abend den täglichen Schlachtzugsriss: 6 x 7 = 42 Quellsteine pro Woche
Nun fallen ja allenfalls noch bei den Rissen einer Invasion Steine ab und neben einer kleinen Invasion bleibt noch Zeit für den einen oder anderen täglichen Quest der vielleicht mit etwas Glück zusätzliche Steine abwirft. Gehen wir daher einfach mal bei einem Zeiteinsatz von 1 Stunde von Maximum von 105 Quellsteinen pro Woche aus.

Will der Spieler nun oben erwähntes Brustteil in der besten Ausführung, muss er sage und schreibe 629 beschriebene Quellsteine sammeln. Das sind somit praktisch 6 Wochen konstant eine Stunde pro Tag, um genau ein einzelnes Teil zu erhalten. Ganz schön viel oder?

Natürlich kommen weitere Faktoren dazu. Spielt ein Spieler an einem Abend mehr als die Stunde besteht eine höhere Chance Invasionen mitzunehmen. Eine Garantie erhält man ja nicht, dass ausgerechnet zur Onlinezeit eine solche Invasion startet. Dann spielt er an einem Abend vielleicht 3 Stunden am nächsten Tag jedoch nicht. In den 3 Stunden laufen jedoch nur 2 Invasionen und schon stimmt der Schnitt nicht mehr. Daher sind die 100 beschriebene Quellsteine wohl in der Praxis sogar etwas hoch gegriffen und 7-8 Wochen realistischer.

Nehmen wir im Gegenzug den Aufwand für die Brust des Schlachtzugsets. Hierfür müssen 100 Zeichen der Auswahl gesammelt werden. In einer Stunde macht auch eine Gruppe Gelegenheitspieler mittlerweile problemlos die Überfluteten Hallen oder Güldene Prophezeiung. Engagierte Spieler in einem guten Umfeld schaffen in besagter Stunde auch beide Instanzen, aber gehen wir mal nur von einer aus. Dafür kann der Spieler innerhalb einer Woche aber auch mit seinem 1 Stunden Budget sowohl die Überflutete Hallen als auch die Güldene Prophezeiung machen - einfach an zwei separaten Abenden. Eventuell erlaubt ihm sein Umfeld / seine Gilde auch einen Blick in Grünschuppes Pesthauch oder Seelenfluss zu werfen und schon sind es noch mehr Marken. Bei einem Gesamtzeitbudget von insgesamt 7 Stunden pro Woche für das Sammeln von Gegenständen ist da durchaus einiges möglich.

Betrachten wir aber einfach mal nur eine 10er Instanz, dann erhalten wir folgendes Bild: 4 Bosse die jeweils 3 Marken geben = 12  Marken 

Ergo etwas mehr als 8 Wochen bei einem wöchentlichen Besuch einer einzelnen 10er Schlachtzuginstanz. Bonuswochen und Gildenboni lassen wir bei dieser Betrachtung aussen vor. In der Praxis werden es vorallem über mehrere Wochen gesehen deutlich mehr als 12 Marken pro Woche sein. Das Ganze bei einem minimalen Aufwand von 1 Stunde pro Woche.

Im Endeffekt steht also ein Aufwand von rund 7 Stunden pro Woche für Risse gegenüber nur 1 Stunde pro Woche für Schlachtzugsinstanzen, um innert 7-8 Wochen das Brustteil zu erhalten. Natürlich braucht es dafür keinen Organisationsaufwand und ist bei Invasionen nur davon abhängig, dass genug Mitspieler mitmachen. Dadurch wäre der doppelte oder meinetwegen der dreifache Aufwand ja gerechtfertigt ... aber der Siebenfache?

Natürlich kann der Gelegenheitsspieler durch einen entsprechend höheren Zeitaufwand mehr Quellsteine sammeln, während der Schlachtzugspieler auf 67 Zeichen der Auswahl (20 Bosse plus tägliche Random Experteninstanz - ohne Boni) limitiert ist. Und natürlich blendet diese Betrachtungsweise die Lernkurve bei neuen Instanzen und Bossen und damit verbundene höheren Zeitaufwand und Ausbeute aus. Doch unter dem Strich kann man es drehen und wenden wie man will, der Aufwand für die epischen Ebenenwaren ist meines Erachtens unverhältnismässig hoch.

Einen Vorteil haben die epischen Ebenenwaren jedoch: Es sind neben Rüstungsteilen auch Ringe und Waffen im Angebot. Dadurch können Gegenstände erworben werden, die Vergleichbar in Schlachtzugsinstanzen nur mit Drop- / Würfelglück erhältlich sind und um welche man mit Mitspielern konkurrenziert.